Leseprobe 8

Kurzmitteilung


Ein Held mit Startschwierigkeiten

von Sandra Black

Eigentlich wollte Sam nur ein ruhiges Leben mit einem muskulösen Kerl an seiner Seite verbringen. Als die plötzlichen Veränderungen eintreten und ein sexy Polizist ihm auf den Fersen ist, steht Sam’s Leben mit einem Mal Kopf.

Leseprobe:

Wieso, wieso, wieso. Das konnte ja wohl nicht wahr sein. Sam konnte es einfach nicht glauben, während er in einer Gasse an einer Wand lehnte. Schwer atmete er ein und aus und versuchte seine Atmung zu normalisieren.

Bis vor wenigen Minuten war doch noch alles in Ordnung gewesen und dann passierte so etwas. Sam kniff die Augen zusammen und versuchte sich zu konzentrieren, sich zu beruhigen. Das war garantiert alles nur ein böser Traum. Etwas anderes war schier unmöglich. Ja genau. Er würde jeden Moment daheim in seinem Bett aufwachen und über sich, an die Decke mit diversen Postern starren. Zum Großteil mit Männern, die gewisse Muskeln an den richtigen Stellen hatten.

Verzweifelt schlug er seinen Kopf hinter sich an die harte und schmutzige Wand, nur dass er keinen Schmerz verspürte.

Das war nur ein Traum.

Der Tag hatte so gut und vielversprechend angefangen. Ein Date in der Stadt und der Kerl sah nicht mal schlecht aus, auch wenn die Muskeln zu wünschen übrig ließen. Aber man konnte ja eben nicht alles haben. Sie waren gemeinsam durch den Park gelaufen und hatten sich ein Eis besorgt, an dem sie schleckend, weitergingen. Ihre Gespräche verliefen etwas stockend, aber schliefen wenigstens nicht ein und dann …?

Dann waren sie in der City angekommen. Rechts der Weg zum Bahnhof und links zur Innenstadt, vorbei an einem Juwelier. Genau diesen Weg schlugen sie ein.

Gerade wollte Sam nach der Hand von seinem Date greifen, um sich ihm etwas näher zu fühlen, als sich plötzlich alles überschlug. Polizeisirenen und das Schrillen einer Alarmanlage aus dem Juwelierladen ertönten. Gerade liefen sie an eben diesem Geschäft vorbei, als einige dunkle Gestalten herausgerannt kamen und Sam samt Date über den Haufen rannten.

»Hey«, brüllte Sam, verlor aber zeitgleich das Gleichgewicht, versuchte noch nach einer der Gestalten zu greifen. Eher aus Reflex als aus bürgerlicher Hilfsbereitschaft. Die Knarre hatte er nämlich in dem Moment nicht gesehen und eben diese richtete sich auf ihn und drückte ab. Der Knall klang in Sams Ohren unnatürlich laut, während sich seine Augen weiteten.

Er war so gut wie tot. Das konnte er unmöglich überleben. Sam sah sein Leben noch mal vor sich ablaufen, als er einen unangenehmen Druck an der Brust, an der Stelle direkt über seinem Herzen spürte. Fühlte es sich so an, wenn man erschossen wurde? Er hatte es sich eindeutig schmerzhafter vorgestellt, auch wenn ihm die Angst gerade den Verstand raubte.

»Sam? Sam, ist alles in Ordnung mit dir? Mensch, jetzt sag doch was?«, forderte ihn eine laute Stimme auf. Er wurde hart an der Schulter gerüttelt. Ging man so mit einem Toten um? Also echt mal.

Zögernd öffnete Sam blinzelnd die Augen und erkannte über sich sein Date, von dem er irgendwie den Namen vergessen hatte. Das kam sicher nicht so gut. Aber wenn das dort wirklich sein Date war, konnte er noch am Leben sein?

Etwas aufmerksamer lauschte Sam auf die Umgebung. Er vernahm neben der Polizeisirene noch lautes Geschrei und Anweisungen, die gerufen wurden. Dazu kam noch das Getuschel der umstehenden Menge. Gaffer, wie sie im Volksmund genannt wurden.

»Wie geht es ihm? Ein Krankenwagen wird gleich da sein«, fragte eine weitere, Sam völlig unbekannte, aber durchaus ansprechende Stimme. Sam drehte schwerfällig den Kopf und erblickte den Mann seiner Träume. Er musste träumen. Da stand er, der Mann, den er sich immer in seinem Bett gewünscht hatte. Blondes Haar, ernste – besorgt wirkende blaue Augen und ein muskulöser Körper, der in einer Polizeiuniform steckte.

»Oh, gut«, entkam es dem Date nicht sehr intelligent.

»Halten Sie Ihren Freund bei Bewusstsein«, wies der Polizist das Date an, der sofort die Hände hob.

»Wir kennen uns kaum und ich muss auch langsam los«, erwiderte das Date und wurde streng angesehen.

Sam verstand den ganzen Aufstand nicht ganz. Gut. Er wurde angeschossen, aber er hatte keine Schmerzen, oder lag das an dem Schock? Vorsichtig bewegte er seine Hand zu der getroffenen Stelle. Müsste es jetzt nicht eigentlich schmerzen? Es tat tatsächlich weh, aber nicht so, wie er es sich vorstellte.

»Ich muss wirklich los«, vernahm er des Dates Worte, während Sam seinen Kopf hob und an sich runtersah. Er tastete sich etwas mehr ab. Es war eindeutig auszuhalten, weswegen er sein Oberteil ein wenig lüftete. Anstatt einer blutigen Wunde sah er nur einen großen blauen Fleck. Als habe er sich kräftig irgendwo gestoßen. Sein Blick wanderte zu dem Polizisten, der mit seinem Date darüber diskutierte, dass man eine angeschossene Person, die man kannte, nicht einfach liegen lassen konnte.

Es berührte Sams Herz, dass sich der blonde Polizist so für ihn einsetzte, aber er hatte das ungute Gefühl, dass Fragen aufkämen, wenn er nicht so erschossen war, wie es zu sein hätte. Kurz schielte er zur Seite.

Die Meute gaffte mehr zu den Räubern, die gerade festgenommen wurden, als zu ihm. Die perfekte Gelegenheit. Mit stark klopfendem Herzen drehte sich Sam um und robbte auf den Knien zur nahen Hausecke. Er musste da nur herum und dann war er aus den Augen und aus dem Sinn.

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